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Photo: Credits: The Estate of Jeanloup Sieff 1971, Alexandre Guirkinger 1958, 1965, 1967, 1983, Fondation Pierre Bergé - Yves Saint Laurent 1965-2002, Petit Palais Paris

YSL Retrospektive

Es ist eine Zeitreise durch ein schaffensreiches und bewegendes Leben. Farid Chenoune, renommierter Fashion Historiker und Autor,  hat passend zur Ausstellung im Petit  Palais Paris die über 40 Jahre währende Karriere Yves Saint Laurents in einem 388 Seiten starken Bildband zusammengefasst - die erste Retrospektive, die sich dem gesamten Werk des Couturiers widmet.

Über 300 Kreationen führen den Betrachter wie Momentaufnahmen durch ein der Mode gewidmetes Leben voller Inspiration, Innovation und Kreativität. Zahlreiche Zeichnungen und Fotos lassen diese aussergewöhnliche Hommage lebendig werden.

Chenoune zeigt die Quellen von Yves Saint Laurents Inspiration auf und verknüpft sie auf wundervolle Weise mit den daraus hervorgegangen Kreationen Saint Laurents, der Entwicklung seines unverwechselbaren Stils. 200 Illustrationen, darunter private Bilder des Designers, seine Entwürfe sowie Fotografien der schönsten Frauen der Welt in den Kreationen Saint Laurents machen das Buch zum Sammlerstück.

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Dior ist die erste Station Saint Laurents als Designer und gleichzeitig seine Geburtsstunde als revolutionärer Couturier. 1955 begann er für Dior zu arbeiten und wurde schnell dessen rechte Hand. Mit gerade mal 21 Jahren trat er Diors Nachfolge an, als dieser 1957 verstarb. Yves Saint Laurent wurde der Art Director des Hauses Dior und prägte umgehend einen Stil, der sein Markenzeichen werden sollte - Revolution durch Innovation. 1958 erschien die erste Kollektion unter seiner Führung - die “Trapeze -Collection”. Der Presse und Modeindustrie verschlug es den Atem. Saint Laurent verliess mit seinen Entwürfen die körperorientierten Grundformen der Haute Couture. Statt dessen präsentierte er trapezförmige Kleider - die A-Linie war geboren.

1960 brachte er schwarze Lederjacken und Strickrollis auf den Laufsteg. Seine Beatnik-Kollektion war ein Vorreiter der heutigen Streetwear. Auch wenn die Modewelt angetan war, diese gestalterische Entwicklung Saint Laurents zeichnete das Ende seiner Anstellung bei Dior ab. Im selben Jahr wurde Yves Saint Laurent zum Militärdienst berufen. Dior nahm ihn danach nicht mehr als Designer zurück. Er verklagte das Haus wegen Vertragsbruchs und erhielt ein Entschädigung über 100.000 USD. Gemeinsam mit Pierre Bergé eröffnete er mit dem Startkapital das Modehaus YVES SAINT LAURENT COUTURE. Bergé hatte er 1958 bei einem Dinner kennen gelernt. Er sollte ihm ein Weg- und Lebensgefährte bis ans Ende seiner Tage werden.

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Die Kunst war Saint Laurents Geistesnahrung. Sein Œuvre ist davon durch und durch geprägt. Ob Malerei verschiedener Epochen, Bildhauerei, Oper, Theater, Literatur oder Cinematographie, es gab nichts, was ihn nicht inspirierte. Er entwickelte daraus eine neue Form- und Farbsprache für die Mode. Aus den Inspirationen wurden Kreationen. Kreationen, die immer wieder aufs neue die Vorgaben der traditionellen Haute Couture brachen. Kreationen die die Gesellschaft nachhaltigen beeinflussten, die einen Dialog zwischen Kunst und Mode herstellten. 1965 wurde dieser Dialog das erste Mal mit der durch die Werke von Mondrian inspirierten Entwürfe offensichtlich. Bis zu seinem Tod 2008 war Yves Saint Laurent zudem ein leidenschaftlicher Kunstsammler.

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Mit ihrem Auftauchen in Yves Saint Laurents Atelier 1965 wurde Catherine Deneuve eine seiner Musen. Mehr noch, beide verband eine lebenslange Freundschaft und noch heute besucht Catherine Deneuve die Yves Saint Laurent Modenschauen als Zeichen ihrer Verbundenheit, die auch mit dem Tod Saint Laurents nicht endete. Die Retrospektive zeigt 10 Entwürfe aus der Garderobe von Catherine Deneuve, darunter aus dem Film “Belle de Jour” von 1967.

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Die Karriere von Yves Saint Laurent war geprägt von Superlativen. Er begann als jüngster Couturier der Welt und definierte von da an nahezu alle sechs Monate die Modewelt neu. Sein schüchternes Wesen hielt ihn nicht davon ab, über vierzig Jahre lang die Modewelt gehörig auf den Kopf zu stellen: Er erfand 1966 den Damensmoking. Bis zu seiner letzten Kollektion 2002 sollte dieser eine fester Bestandteil seiner Entwürfe sein, den er wieder und wieder neu definierte.

Im selben Jahr
eröffnete Yves Saint Laurent mit “Rive Gauche” das erste Geschäft für bezahlbare Prêt-à-porter-Mode und erfand damit Ready To Wear. Er war der geistige Vater des Safari Looks und des Nude Looks.

Er  posierte 1971 nackt für die Werbung seines ersten Parfums, er war der erste Modeschöpfer, der 1989 sein Modehaus an die Börse brachte, der 1988 schwarze Models buchte und 1995 seine Kreationen ins Internet stellte...

Auch wenn er als der “sanfte Revolutionär”
in die Geschichte eingeht, ging es ihm nicht ums “Revolutionieren”. Vielmehr feilte er unermüdlich am eigenen Ausdruck, an der eigenen Definition von Stil.

Von Mai bis August 2010 widmete sich das Petit Palais Paris
dem Genius Yves Saint Laurents und zeigte eine atemberaubende Retrospektive auf 40 Jahre Schaffenskraft des Designers, eine einzigartige Möglichkeit, Saint Laurents vielfältige Kreativitätswelten zu erfassen - Welten, die wohl noch viele Designer der nachfolgenden Generationen in ihren Entwürfen beeinflussen werden. Die Ausstellung soll demnächst ins Victoria & Albert Museum London wandern. Bleibt bis dahin die Vorfreude und das genüssliche Schmökern im Buch zur Ausstellung von Farid Chenoune.

>> yslretrospective.com

 

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